Montag, 25. September 2017

MOMO - Was wir aus Kinderbüchern lernen können

Bildquelle: Amazon



Jeder von uns hat schon was von Pippi Langstrumpf mit den roten Haaren oder von Enid Blytons Fünf Freunden gehört, selbst wenn wir die Bücher als Kinder nicht gelesen haben. Vielen ist aber vielleicht gar nicht bewusst, was für Botschaften in diesen Kinderbüchern stecken. Ich fange heute mal mit dem (wie ich finde) krassesten Beispiel für Weisheit und Moral in Kinderbüchern an: Michael Endes Momo. 

Kurz vorweg zusammengefasst: Momo lehrt uns, warum das Zuhören und die Achtsamkeit gegenüber anderen wichtig ist, wie kostbar jede Stunde Zeit ist und dass wir uns ein Beispiel an Kindern nehmen können, die mit staunenden Augen durch die Welt gehen.


Inhalt:

Wer das Buch nicht kennt oder sich nicht erinnert, hier noch einmal die wichtigsten Punkte: Momo ist ein Mädchen, vermutlich eine Waise, das in eine Ruine eines Amphitheaters zieht. Sie wird von den Menschen der Umgebung in die Gemeinschaft aufgenommen und findet in dem Straßenkehrer Beppo und in Fremdenführer Gigi zwei beste Freunde. Auch die anderen Menschen kommen Momo gerne besuchen, denn das Mädchen kann gut zuhören und hat eine lebhafte Fantasie, mit der sie die anderen Kinder mitreißt.

Auftritt graue Herren. Diese finsteren Gestalten machen sich nach und nach in der Stadt breit, verpesten die Luft mit ihren Zigarren und bringen ihre Zeitsparkonten an den Mann. Sie führen den Leuten vor Augen, wie viel Zeit sie angeblich mit sinnlosen Sachen verschwenden und dass sie diese Zeit doch besser in ein Konto bei den grauen Herren einzahlen können. Nach ihrem Besuch vergessen die Menschen die grauen Herren allerdings wieder. Mit der Zeit werden die Leute hastiger, stumpfer und unfreundlicher. Auch Momo wurde von den grauen Herren besucht, aber sie hatte kein Interesse an deren fantasielosem Spielzeug. Allerdings leidet auch sie unter der Anwesenheit der grauen Herren. Mit perfiden Mitteln schaffen es die Bösewichte Momo komplett von ihren Freunden zu isolieren. 

Zum Glück naht die Rettung in Form einer Schildkröte, die auf ihrem Rücken Wörter schreiben kann und die direkt bevorstehende Zukunft sieht. Sie führt Momo zu Meister Hora. Auf dem Weg werden sie von den grauen Herren verfolgt, aber dank Kassiopeia (die Schildkröte) entkommen sie ihnen. Meister Hora erklärt Momo,  dass jeder Mensch für jede Stunde Lebenszeit eine neue Stunden-Blume erhält. Die grauen Herren stehlen diese Blumen und rollen sich aus den Blütenblättern ihre Zigarren. Ohne die Zigarren können die grauen Herren nicht überleben.  Meister Hora sieht nur einen Weg, die grauen Herren zu stoppen. Er hält die Zeit an, damit die grauen Herren sie nicht weiterhin stehlen können. Momo bekommt nun ihre Stundenblume von Meister Hora, um sich in der still gehaltenen Zeit bewegen zu können. Sie hat also genau eine Stunde um die unterirdische Bank der grauen Herren zu finden, die dort eingefrorenen Stundenblätter zu befreien und die Menschen vor der Krankheit, die die grauen Herren verbreiten (die tödliche Langeweile), zu retten. Das gelingt ihr natürlich. Die grauen Herren verschwinden und die Menschen sind wieder ganz die Alten.

Die Symbolik:

Die grauen Herren: Sie stehen für unsere Hektik, für jeden Moment, in dem wir keine Zeit haben, einem Mitmenschen ein freundliches Lächeln zu schenken. Ich habe das Gefühl, die grauen Herren sind in unserer heutigen Zeit allgegenwärtig. Wie oft nehmen wir uns noch die Zeit, die bunten Blumen am Straßenrand zu bewundern oder in den Wolken nach Tierformen zu schauen? Wenn Michael Ende Momo in der heutigen Zeit geschrieben hätte, dann wären die Zigarren der grauen Herren vermutlich piepende, eckige Geräte, auf denen man mit den Fingern herumwischt. Manchmal scheint es so, als ob wir lieber Instagram Fotos von schönen Seen und Bergen anschauen als im Park um die Ecke die grünen Bäume zu bewundern. Wir sitzen zusammen an einem Tisch und unterhalten uns per WhatsApp statt in echt. Wir "liken" am Tag zehn bis zwanzig Bilder, aber wie viele Komplimente sprechen wir tatsächlich aus? Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass ich hier nicht den Moralapostel spielen will. Auch ich "like" Videos bei facebook und verbringe viel Zeit vor dem PC. Und sicherlich ist die Welt nicht so schwarz (oder grau), wie ich sie hier male. Ich möchte bloß nicht, dass sie einmal so wird.

Momo und das Zuhören: Am Anfang des Buches wird Momo von den besorgten Menschen ausgefragt weil sie  a) ein kleines Kind ist, das b) allein in einer Ruine wohnt. Momo sagt selbst, sie glaubt, dass sie schon immer da gewesen ist und nennt als Alter zögernd die Zahl "Hundert".  Wenn man das Buch als Kind liest, denkt man, dass Momo einfach keine Zahlen kennt und nicht weiß, was die Erwachsenen von ihr wollen. Als Erwachsene denke ich, dass es noch eine tiefere Ebene gibt, in der Momo, wie auch die grauen Herren, nicht wirklich existiert (also auch nicht innerhalb der fiktiven Welt). Sie steht allegorisch für das Kindliche, Fantasievolle und die Hoffung in uns allen. 

Was ich am Charakter Momo herausstellen möchte, ist eine ihrer Eigenschaften: das Zuhören!

Der Erzähler selbst schreibt, dass nun mancher Leser sagen wird: Zuhören ist doch nichts besonderes. Das kann doch jeder! Aber wirklich zuhören, das ist eine Kunst, die in Wahrheit nur wenige von uns beherrschen. Momo hört mit Anteilnahme und voller Aufmerksamkeit zu. Sie schaut die Redner mit ihren großen Kinderaugen an und schwupps, schon kommen selbst dummen Leuten schlaue Gedanken. Schüchterne Leute fühlen sich auf einmal mutig und ratlose Leute fassen einen Entschluss, nachdem sie sich bei Momo ausgesprochen haben. 

Zuhören zu können ist eine Eigenschaft, die einen charismatischen Menschen ausmacht, habe ich mal gelesen. Durch Zuhören wirkt man sympathisch. Diese Weisheit, die in vielen Selbsthilfebüchern oder Youtube Kanälen preis gegeben wird, findet sich bereits im Kinderbuch von Michael Ende. Ich empfehle jedem, der jetzt genauer wissen will, was, warum und wie Zuhören wichtig ist, den Anfang von Momo einmal zu lesen. Das Zuhören wird gleich im 2. Kapitel auf eine sehr lebendige und gut verständliche Art und Weise thematisiert.  

Die Stundenblumen: Was für eine Symbolik! Jeder Mensch erhält jede Stunde von Neuem eine kostbare Blume einfach so geschenkt. Eine Stunde Zeit. Nun liegt es an uns, dieses Geschenk zu nutzen. Schätzen wir die Blume wert wie Momo? Sie verschenkt ihre Zeit großzügig, indem die anderen Menschen zuhört und trotz dieses "Verschenkens" ist sie am Reichsten, was die Zeit angeht. Oder versuchen wir die Zeit zu sparen, indem wir unsere Tage mit Terminen vollkleistern? Die Menschen im Buch merken schnell, dass die eingesparte Zeit am Ende des Tages verschwunden ist. Sie denken, die Zeit sei auf ihrem Zeitsparkonto gelandet und würde am Ende ihres Lebens ausgezahlt werden, aber in Wahrheit wird sie von den grauen Herren verraucht.  So ist es auch bei uns. Eingesparte Zeit landet nicht auf einem mysteriösen Konto und wird nicht am Ende des Lebens mit Zinsen ausgezahlt. Deswegen sind wir dafür verantwortlich, in uns zu gehen und aktiv eine Entscheidung zu treffen, was wir mit unseren Stundenblumen machen wollen. 

Warum Kinderbücher?

Ist es nicht verrückt, dass in einem Buch ab 12 Jahren mehr Weisheit steckt als in so manchem Selbsthilfebuch? Und dass ein Buch von 1972 so aktuell ist (wie gesagt, ersetzt man die Zigarren durch Smart Phones hat man ein erschreckend reales Bild des Gesellschaft)? Ich denke oft, dass wir viel von Kindern lernen können. Wie sie mit staunenden Augen durch die Welt gehen, philosophische Fragen stellen und wie sie mit nichts weiter als einem Ball oder einer leeren Plastikdose stundenlang spielen können. Deswegen meine Ermunterung an euch: Lasst euch von Kindern inspirieren. Geht einmal staunend durch die Welt wie sie. Schreibt einmal Kinderfragen auf, wie Warum schrumpeln die Hände beim Baden? oder Warum gibt es braune und weiße Eier? (hat was mit den Ohrläppchen der Hühner zu tun). Geht auf eine Fantasiereise in ein fernes Land, wo es vielleicht auch Schildkröten gibt, die die Zukunft sehen. Und stellt das Smartphone einmal für ein paar Stunden aus und spielt stattdessen mit etwas Simplem wie mit einem Ball. Oder baut eine Burg aus leeren Klopapierrollen. Werdet kreativ ;-) 


Freitag, 30. Dezember 2016

Vorsätze 2017


Ein Tag vor Silvester und noch keine guten Vorsätze für 2017 gefasst? Dann findest du vielleicht Inspirationen in meinen Listen. Ich habe unten typische Vorsätze, lustige und ausgefallene Vorsätze und meine Vorsätze aufgelistet. Außerdem gibt es noch ein paar Gedanken dazu, ob Vorsätze überhaupt sinnvoll sind.


Typische Vorsätze 2017:


  •  Weniger Alkohol und Aufhören zu Rauchen. Die meisten Deutschen wollen mit schlechten Angewohnheiten aufhören oder sie zumindest herunterschrauben. Dabei muss es nicht unbedingt Alkohol oder Nikotin sein. Andere schlechte Angewohnheiten können übermäßiger Süßigkeiten- oder Chipskonsum sein, dass man zu viel shoppt oder zu viele Serien bei Netflix streamt. Die Liste ist lang ...
  • Mehr Zeit mit Freunden und der Familie.  Das bedeutet, sich trotz der Arbeit, Uni oder Schule genug Zeit für die Familie zu nehmen. Meine Tipps: Altmodische Kommunikationswege wie das Telefon benutzen oder mal wieder einen Brief schreiben statt einer kurzen WhatsApp Nachricht. Und natürlich auch persönlich vorbeikommen, statt nur zu skypen.
  • Gesünder ernähren. Wie wäre es, in den 12 Monaten 12 verschiedene Ernährungsansätze auszuprobieren. Das ist die Challenge für dich selbst und vielleicht findest du damit DIE Ernährungsweise für dich. Verschiedene Ernährungspläne sind z.B.: vegetarisch, vegan, Steinzeitdiät bzw. Paleo, low carb und no carb.  
  • Abnehmen und Sport treiben. Zum Abnehmen gehört beides: Sport und Ernährung. Ähnlich wie bei der Ernährung kannst du auch beim Sport für ein Jahr lang jeden Monat eine neue Sportart ausprobieren. So findest du am Ende die Sportart, die am besten zu dir passt. Das Ganze muss nicht teuer sein. Vielleicht gibt es ja für einen Monat einen Schnupperpreis bei deinem Fitnessstudio. Oder du kannst bei youtube verschiedene Übungen googeln. Wichtig ist es, dass du in verschiedene Bereiche reinguckst und nicht nur 12 Ausdauersportarten ausprobierst um schließlich festzustellen, dass Ausdauersport nichts für dich ist. Hier eine Auswahl an Sportbereichen mit Beispiel: Tanzsport (Jazzdance), Kampfsport (Karate), Mannschaftssport/Ballsport (Handball), Kraftsport (z.B. im Fitnessstudio) und Ausdauersport (Joggen).  

Lustige und ausgefallene Vorsätze 2017:

  • einen Baum pflanzen
  • in ein Land reisen, wo du noch nie warst
  • einen Tag das Smartphone ausschalten
  • Nutella ohne Brot essen
  • einmal pro Woche bis 12 Uhr Mittags ausschlafen
  • nicht mehr mit dem Auto zur Arbeit fahren sondern mit dem Wagen
  • die guten Vorsätze wieder mal nicht durchzuhalten
  • sich gar nicht erst gute Vorsätze zu machen und ...
  • ...zu bleiben wie man ist 
Vorsätze...braucht man sie überhaupt? Vor allem, wenn man sie eh nicht durchhält? Das habe ich mich dieses Jahr gefragt. Ich habe mir trotzdem Vorsätze aufgeschrieben, weil ich denke, zum Leben gehören Veränderungen und dazu dienen Vorsätze ja... Außerdem macht es mir einfach Spaß, Listen zu schreiben.

Meine Vorsätze für 2017

  • keine Süßigkeiten mehr essen. Dazu gehören auch Softdrinks, Knabbereien wie Chips und süße Brotaufstriche wie Nutella. Statt Süßigkeiten werde ich Obst, selbstgemachte Smoothies und frisch gepresste Obstsäfte essen/trinken. 
  • nur 50 Euro pro Monat für Kleidung, Bücher und Kosmetik ausgeben ... und so viel wie möglich davon Second Hand kaufen ... und meine Ausgaben pro Monat notieren.
  • jeden Tag ein Stück an meinem Selbstbewusstsein arbeiten.
Ihr seht, ich habe nur wenige Vorsätze, weil ich denke, bei 20 Vorsätzen würde ich den Überblick verlieren. Die Vorsätze, die ich habe, sind konkret genug, um zu überprüfen, ob ich sie wirklich durchhalte. Sie sind auch genau, damit ich mich selbst nicht beschummeln kann. Der Vorsatz mit den Süßigkeiten ist außerdem eine große Veränderung zu meinem bisherigen Leben, da ich eine riesige Naschkatze bin (vor allem, was Schokolade betrifft). Ich bin selbst gespannt, ob ich die Vorsätze durchhalte. 

Dienstag, 11. Oktober 2016

Stell-dich-deinen-Ängsten-Tag (11.10.2016)


Halloween ist der beste Zeitpunkt, sich seiner Spinnenangst oder Blutphobie zu stellen.
 Face-your-Fears, so heißt der ausgefallene Feiertag auf Englisch. 1999 wurde er von Life-Coach Steve Hughes eingeführt und feiert seitdem alle Menschen, die ihre Ängste überwunden haben.

Etwas ganz Wichtiges vorweg. Angst ist nichts Schlechtes!

 Dieses Grundgefühl des Menschen ist ein Beschützerinstinkt, der uns vor Gefahr warnt und dem Körper hilft, richtig zu reagieren. Wenn wir uns also mit einem Bungee Seil in die Tiefe stürzen wollen, ist es ganz natürlich, dass der Körper ganz laut STOP schreit. Schließlich würde der Sprung ohne Seil den Tod bedeuten. Fest steht, ohne Angst gäbe es die Menschheit nicht mehr. Die Höhlenbewohner wären allesamt von wilden Tieren zerfleischt worden - Ende der Geschichte.

Angst lässt sich an den Reaktionen des Körpers erkennen. Herzrasen, Schweiß, verengte Pupillen und flache, beschleunigte Atmung sind nur einige Anzeichen von Angst. Diese Reaktionen, auch wenn sie uns als peinlich erscheinen (wer wird schon gerne Rot im Gesicht oder gerät freiwillig vor anderen ins Schwitzen?), haben alle ihre Berechtigung. Sie helfen uns im Ernstfall beim Überleben. Der Körper ist extrem aufmerksam und leistungsstark, er bereitet sich aufs Erstarren oder Flüchten vor.

Lähmende Angst

Angst kann auf der anderen Seite aber auch krankhaft oder zumindest hinderlich sein. Prüfungsangst lässt uns vergessen, was wir gelernt haben, Flugangst verhindert schöne Urlaube in Sehnsuchtsländern und meine Spinnenphobie lässt mich manchmal einen großen Bogen um ganze Zimmer meiner Wohnung machen. Um diese Ängste geht es also heute. Diesen Ängsten, die unser Leben beengen und einschränken (das ist übrigens auch die ursprüngliche Bedeutung des Wortes 'anghu' = beengend), wollen wir uns heute also stellen.

Was für Ängste/Phobien gibt es?
  
  • Aelurophobie: Die Angst vor Katzen
  • Arachnophobie:  Die Angst vor Spinnen
  • Coulrophobie: Die Angst vor Clowns
  • Gelotophobie: Die Angst, ausgelacht zu werden (hat nichts mit Gelato oder Eis zu tun)
  • Hippopotomonstrosesquippedaliophobie: Die Angst vor langen Wörter (und da sage noch jemand, Linguisten sein Langweiler! Die sprühen in Wahrheit vor Ironie und Sakrasmus :-) ).
  • Phobophobie: Die Angst vor der Angst (Harry Potter leidet bekanntermaßen unter dieser Angst, deswegen ist sein Irrwicht ein Dementor)
  • Triskaidekaphobie: Die Angst vor der Zahl 13
  • Xenophobie: Das ist keine!!! Angst, auch wenn '-phobie' hinten dran steht, sondern ein Synonym für Fremdenfeindlichkeit
Was ihr heute tun könnt:

...hängt natürlich von euren Ängsten ab. Allen Leuten, die Angst vor langen Wörtern haben, rate ich 'Hippopotomonstrosesquippedaliophobie' fünfmal hintereinander zu sagen. Aber genug gespaßt, hier kommen meine Tipps für den heutigen Feiertag:

  • Macht eine Liste mit euren Ängsten. Welche davon sind sinnvoll und welche beengen euch in eurem Leben?

  • Wie könnt ihr euch euren Phobien stellen? Tastet euch langsam heran. Wer Angst vor Spinnen hat, sollte nicht unbedingt als Erstes eine Vogelspinne über sein Gesicht krabbeln lassen (schauder). Beginnt mit etwas Kleinem (um bei meinem Beispiel zu bleiben, fangt eine Hausspinne mit einem Glas ein und setzt sie nach draußen). Arbeitet euch Stück für Stück hoch (bis zur Vogelspinne). 

  • Findet heraus, warum ihr Angst vor etwas habt. Liegt es an einer schlechten Erfahrung, die ihr früher mal gemacht habt? (Wenn euch früher mal ein Hund gebissen hat, ist eine Canophobie nicht unwahrscheinlich!)

  • Könnt ihr die Angst mit logischen Mitteln schlagen? Nehmen wir noch einmal die Hippopotomonstrosesquippedaliophobie. Wer Angst vor langen Wörtern hat, kann diese in kleinere unterteilen. In der Hippo....phobie steckt am Ende das Wort Phobie. Hippopotamus ist das Nilpferd, der Teil Hippopoto ist also davon abgeleitet. 'Monstroses' kommt vom Monstrum, also monströs groß und 'sesquipedalian' ist ein langes Wort. So könnt ihr euch vielen Ängsten entgegenstellen, indem ihr sie kühl analysiert und eine vernünftige Lösung findet.

Sonntag, 2. Oktober 2016

Spaß-trotz-Sparsamkeit-Tag (02.10.2016)

Da freut sich das Sparschwein
Heute halte ich mich nicht lange mit dem Ursprung des Wort Sparsamkeit auf (urspr. Wortbedeutung: "verschonen", "unversehrt halten"), sondern gebe gleich ein paar nützliche Tipps, was ihr heute Spaßiges machen könnt, das nicht mehr als 5 Euro kostet (zum Glück ist Sonntag und die Läden sind zu).

  • Sport: Im Park joggen kostet kein Geld. Einige Großstädte haben neuerdings sogar Fitnessgeräte in Parks, bei denen man mit dem eigenen Körpergewicht arbeitet (s.Foto). Bei schlechtem Wetter ein Youtube Tanzvideo anmachen und mithüpfen. Kosten: Keine!

Ein Park in Canterbury, England. Die Fitnessgeräte gibt's aber auch in Deutschland

  •  Reisen: Wenn ihr Student seid und ein Semesterticket habt, nutzt es, um in eine fremde Stadt oder die Natur zu fahren. Bei manchen Semestertickets sind selbst Fähren- oder Bootsfahrten eingeschlossen. Als Nicht-Student könnt ihr günstige Fernbusse suchen, wandern gehen oder eine Fahrradtour unternehmen und schauen, wie weit ihr kommt. Kosten: 0-5 Euro

  • Konzerte, Feiern, etc.: Schau in den Veranstaltungkalender deiner Stadt. Dort findest du alle Veranstaltungen und Festlichkeiten, viele davon auch kostenlos. Ansonsten einfach mal in die Stadt gehen, den Straßenkünstlern zuschauen und ihnen insg. 5 Euro spenden. Kosten: Je nachdem wie spendenfreudig ihr seid.

  • Picknickchallenge: Überlegt euch mit Freunden einen malerischen Ort in der Umgebung und plündert dann eure Kühlschränke. Sandwiches, Teigtaschen, Würstchen, Sekt, Frikadellen, Gemüsesticks mit Dip, Minipizzen und Schoki eignen sich hervorragend für ein Picknick. Und wenn jeder etwas beisteuert, wird es ein richtiges Festmahl. Alternativ könnt ihr als Challenge vorher in den Supermarkt gehen (jeder mit 5 Euro) und fürs Picknick einkaufen (Tipp: Nehmt eure Pfandflaschen mit, so könnt ihr etwas extra Budget rausschlagen). Kosten: 0-5 Euro

  • Tauschen: Wenn die Klamotten in deinem Kleiderschrank alle laaangweilig sind und du neues Lese- oder Filmfutter suchst, momentan aber knapp bei Kasse bist, organisier mit deinen Freunden doch eine Tauschparty. Jeder bringt Klamotten, Schmuck, DVDs, Bücher, CDs, vielleicht sogar Essen und Schminke mit, die er/sie nicht mehr braucht und dann wird losgetauscht. Am besten legt ihr dazu lustige Musik auf und stellt Knabbereien auf den Tisch um für eine gemütliche Stimmung zu sorgen. Am Ende habt ihr einen schönen Nachmittag verbracht und obendrein noch ein neues Lieblingsteil ertauscht. Kosten: Keine!

  • Fotoshooting: Unternimm mit deiner besten Freundin ein Fotoshooting. Schminkt euch schön und geht bei gutem Wetter in den Park oder an den See, wo ihr einen schönen Hintergrund habt. Jetzt im Herbst könnt ihr z.B. bunte Blätter in die Luft werfen und auf euch hinabrieseln lassen. Nehmt euch coole Accessoires wie Seifenblasen, Schirme, Hüte oder Sonnenbrillen mit und bearbeitet eure Fotos nachher am Computer (ein kostenloses Programm ist beispielsweise GIMP). Ihr braucht dazu natürlich im besten Fall eine Kamera oder mindestens ein Handy. Spielt mit lustigen Farbfiltern (macht z.B. schwarz-weiß Fotos, bei der nur die Farbe Rot hervorgehoben wird). Ihr könnt eurer Fantasie hier freien Lauf lassen und euch fantasievoll schminken, berühmte Fotos oder Gemälde nachstellen oder einfach lustige Sprungfotos machen und eure witzigsten Grimassen festhalten. Kosten: Keine!

  • Waschmittel herstellen: Ich habe neulich ein einfaches Mittel erfahren, wie man umweltfreundlich und kostenlos Waschmittel machen kann. Dazu braucht man einfach nur Kastanien, Wasser und ein verschließbares Glas. Die Kastanien klein schneiden, in das Glas mit Wasser geben und 24 Stunden stehen lassen. Dann kann man die Flüssigkeit (ohne die Kastanienstücke) als Waschpulver benutzen. Wenn man die Kastanien vorher kleingehackt auf der Fensterbank trocknen lässt, hält sich das Waschmittel länger, ansonsten schnell verbrauchen. Kosten: Keine! 
Viel Spaß bei diesen günstigen und kostenlosen Aktivitäten ;)

Dienstag, 13. September 2016

Tag des positiven Denkens (13.09.2016)



An diesem Tag sollte man alle Grübeleien und Sorgen in die hinterste Ecke seines Gehirns verbannen! Jaja, ich weiß, leichter gesagt, als getan.

Mir fällt es an diesem Tag selbst etwas schwer, positiv zu bleiben. Ich hatte ein paar Probleme in den letzten Tagen. Ein Job ist mir durch blöde Umstände durch die Lappen gegangen, ich war etwas krank und schließlich wurde mir mein Fahrrad geklaut. Blöd, blöd, nochmal blöd. Umso mehr freue ich mich darüber, diesen Blogartikel schreiben zu können und mir selbst Ratschläge zum positiven Denken zu geben :-D

Mut zum Unglücklichsein

Gleich vorweg: Ich halte überhaupt nichts von dem Trend der glückssüchtigen Gesellschaft, wie es Herr Gauck genannt hat. Ich finde es falsch, negative Gefühle wie Wut und Trauer zu verbannen.

Erstens können wir die guten Tage ohne schlechte Tage nicht richtig wertschätzen.

 Zweitens liegen diese Gefühle in der Natur des Menschen und haben durchaus ihren Zweck. Angst ist zum Beispiel ein gutes Warnsignal. Wut kann uns helfen, für uns einzustehen.  Und was wären wir denn für Menschen, wenn wir beim Verlust eines Verwandten oder Freundes keine Trauer empfinden würden? Auch Pessimismus hilft, nicht mit einem strahlenden Grinsen auf die Fr*sse zu fliegen, sondern die Stolperfalle vorher zu erkennen. 

Drittens ist es nicht gesund, Gefühle zu verdrängen. Wer Gefühle wie Wut und Trauer nicht zulässt, wird auf Dauer krank. Wirklich krank! Geschwüre im Magen entstehen unter anderem durch zu viel Stress, genau wie erhöhter Blutdruck oder Herzerkrankungen. Der Körper und die Psyche sind miteinander verbunden! Außerdem suchen sich die unterdrückten Gefühle immer einen Weg an die Oberfläche. Das kann sich z.B. im Frustessen oder unkontrollierten Wutanfällen äußern. 

Aber es ist doch Tag des POSITIVEN Denkens

Ja, richtig. Trotz des letzten Absatzes bin ich genauso wenig ein Fan von ständigem Grübeln und der herrlichen Frage: Was wäre gewesen, wenn ... Ich sage nur, dass wir nicht versuchen sollten, jeden Tag 100% glücklich zu sein. Stattdessen sollten wir lernen, nach einem schlechten Tag oder einer Niederlage wieder aufzustehen.

So, jetzt aber zum positiven Denken. Ich finde es wichtig, sich in schwierigen Lagen bewusst zu machen, welche Bereich im Leben noch gut laufen. Wenn man gerade seinen Job verloren hat, hilft es vielleicht, dankbar für seine Gesundheit und seine Freundschaften oder seine Beziehung zu sein. Hier ist eine (unvollständige) Liste an großen Lebensbereichen, die ich auch gerne als meine Säulen bezeichne. Schaut doch mal, welche eurer Säulen gerade stehen und welche wackeln.

  • Körper, Gesundheit
  • Familie, der Partner
  • Freunde 
  • Beruf, Schule, Studium (der Sinn, das Streben, der Traum des Lebens)
  • Hobbys (kann ebenfalls das Streben des Lebens sein)
  • Religion, Lebensphilosophie 
Die Säulen sind nicht ganz einheitlich, das ist mir klar. Es geht mir darum, dass wir uns Menschen uns um verschiedene "Säulen" gleichmäßig und regelmäßig kümmern müssen, um glücklich zu sein.

Die Gesundheit finde ich komischerweise am Wichtigsten. Ich denke immer, wenn man z.B. starke Schmerzen hat, dann kann man alles andere nicht richtig genießen. Vermutlich finden Leute, die chronische Krankheiten/Schmerzen haben, einen Weg, damit zu leben, aber für mich ist die Gesundheit trotzdem an oberster Stelle.

Familie, der Partner und Freunde sind wichtig, da wir Menschen soziale Tiere sind. Das braucht glaub ich keine weitere Erklärung.

Ich denke, dass jeder Mensch etwas braucht, wonach er strebt. Der persönliche Ehrgeiz. Diesen kann man im Beruf oder vielleicht auch den Hobbys finden. Früher war diese Säule vielleicht das Beeren sammeln oder jagen, kurz gesagt, das Überleben. Diese Säule ist schwer zu beschreiben, es ist eine Art Ziel oder ein Streben nach etwas.

Schließlich benötigt jeder Mensch meiner Meinung nach Überzeugungen, Werte, einen Glauben. Das muss nicht an Gott sein. Vielleicht weiß man bis zum Ende seines Lebens nicht, woran man glaubt (ich weiß z.B bis heute nicht, ob ich an die Endlichkeit oder Unenendlichkeit von Zeit und Raum glaube), aber es ist wichtig, sich mit solchen Fragen zu beschäftigen. Es ist eine schöne Gehirnarbeit, sich damit auseinanderzusetzen und man lernt sich so selbst besser kennen.

Und was hat das mit dem positivem Denken zu tun?

Jetzt bin ich schon wieder vom eigentlichen Thema abgeschweift. Also mein Punkt ist, dass man sich, wenn eine Säule etwas wackelt, zumindest über die fest stehenden Säulen freuen kann.

Bevor ich erneut abschweife, gibt es jetzt die Liste mit den Tipps, was ihr heute machen könnt, um positiv zu denken:

  • Ganz viel lächeln. Lächelt euer Spiegelbild an und es lächelt zurück. Lächelt andere Menschen an und sie lächeln zurück.
  • Die Steigerung: ganz viel Lachen. Schaut lustige Youtube Videos von Skatebord-fahrenden Katzen, trefft euch mit Freunden und tauscht lustige Erinnerungen aus, lernt einen Witz, ...
  • Bastelt oder kauft euch einen Tageskalender mit aufmunternden, positiven Sprüchen
  • Erlaubt euch, an diesem Tag alle Sorgen zu vergessen (schreibt sie zur Not irgendwo auf, damit sie nicht als Endlosschleife in eurem Kopf rumspuken). Versucht heute nicht, die Lösung für irgendwelche schwerwiegenden Probleme zu finden.
Zum Schluss noch ein paar Links zum Thema:

Weitere Infos zum Tag des positiven Denkens gibt es hier.
Kalender mit positiven Sprüchen gibt es hier und bei Amazon.
Weitere Texte zum Thema: Mut zum Unglücklichsein gibt es hier und hier.

Montag, 12. September 2016

Lies-ein-Buch-Tag (06.09.2016)


Für Leseratten wie mich ist das natürlich ein perfekter Feiertag (der jeden Tag stattfinden sollte!).

In diesem Blogbeitrag werde ich eine Liste meiner Lieblings- und Wohlfühlbücher erstellen und wie immer nützliche Tipps geben, wie ihr den Tag zelebrieren könnt.

Bücher:

Die Rechte an diesem Bild liegen bei Carlsen.

1. Harry Potter, von J.K. Rowling. Ich habe die Bücher bestimmt 30 Mal hoch und runter gelesen, auf Deutsch, Englisch und Französisch. Das ist auch meine erste Challenge an euch: Wenn ihr die Bände gut kennt, lest sie doch mal in einer Fremdsprache. Das ist leichter, als ein fremdes Buch in einer anderen Sprache zu lesen und frischt das Schulfranzösisch (oder -latein, -spanisch, ...) wieder auf.





Das Bild stammt von Wiki.
2.  Elizabeth Gilbert schreibt auf eine frische, unkomplizierte Art, die sich gut lesen lässt. Dieses Buch und der unbekanntere 2. Teil (Das Ja-Wort: Eine Geschichte vom Heiraten, auf Englisch: Commited) haben mich zum Nachdenken gebracht und mir einiges an Wissen vermittelt. Vor allem bei dem Heiratsbuch hatte ich das Gefühl, genau mit der Autorin auf einer Wellenlänge zu schwimmen. Ich finde es schwierig, die zwei Bücher in ein Genre einzuteilen. Für mich sind sie eine Mischung aus Roman, Sachbuch, Psychoratgeber und Biografie.





Die Rechte an diesem Bild liegen bei Amazon.
3. Ella Enchanted von Gail Carson Levine. Dieses Buch ist eigentlich für Mädchen ab 12, aber ich kann es bestimmt noch lesen, wenn ich 70 bin. Es ist eine Adaption des Cinderella-Märchens, und meiner Meinung nach die beste. Ella wurde als Baby mit dem Fluch belegt, zu gehorchen, wenn jemand ihr einen direkten Befehl gibt. Sie hat jedoch einen sehr rebellischen Charakter. Es ist ein sehr süßes Buch mit einer sympathischen Protagonistin, einer wunderbar ausgearbeiteten und liebevollen Märchenwelt und einer nicht-klischeehaften Liebesgeschichte.



Weitere Lieblingsbücher von mir sind:

  • Rubinrot/Saphirblau/Smaragdgrün von Kerstin Gier, sowie die Silber-Reihe. Kerstin Gier schreibt einfach super: Lustig, locker, und frech. Ihre JuBu-Settings in London und die fantastischen Elemente wie Zeitreisen oder eine Traumwelt sorgen für Spannung, die leicht schrägen Familien um die Protagonistin herum für Gemütlichkeit. Auch die Mütter-Mafia-Reihe für Erwachsene ist wirklich lustig und gut gelungen.
  • Die Wilden Hühner von Cornelia Funke, sowie Der Herr der Diebe. Cornelia Funke ist ebenfalls eine tolle deutsche Autorin. Die wilden Hühner ist ein super Buch für Mädchen, die auf Banden, Abenteuer und Streiche spielen (und Hühner!) Lust haben. 
  • Nina Blazon und Ursula Poznanski. Nina Blazon hat mich mit ihrem Buch Feuerrot für das Thema Hexenverbrennung im Mittelalter begeistert. Es ist ein Roman mit Liebesgeschichte, geschichtlichen Hintergrundinfos und einer spannenden Handlung. Ursula Poznanski hat Bücher wie Erebos und die Eleria-Trilogie geschrieben. Ihre Bücher sind Schuld an vielen meiner schlaflosen Nächte, da sie unglaublich spannend sind. Die Eleria-Trilogie fand ich besonders gut, da es eine Dystopie-Reihe mit einer weiblichen Protagonistin, jeder Menge Spannung und einer schönen Liebesgeschichte ist. 
Tipps für den Lies-ein-Buch-Tag (oder jeden anderen):

  • Lest jemandem eine Geschichte vor. Einem kleinen Geschwisterchen, Nichten, Neffen, Großeltern, die nicht mehr gut gucken können, etc. Wenn ihr gut lesen könnt, könnt ihr auch ein Buch als Audiobook aufnehmen und zu Weihnachten verschenken.
  • Lest ein euch bekanntes Buch auf einer anderen Sprache. 'arry Pottér auf Französisch, par exemple. 
  • Schaut, wie schnell ihr eigentlich lest. Der EBook Reader prüft das für euch, ansonsten schaut, wie viele Seiten ihr in einer Stunde schafft. Oder wie viele Wörter pro Minute (wenn ihr 800 WpM schafft, seid ihr richtig gut!!!).
  • Lest einfach drauf los. Ein neues Buch oder ein altes, ganz egal. Worauf ihr Lust habt. 
  • Eine Ergänzung von meiner lieben Freundin Ramona:  "Lies ein Buch mit deinen Freunden! Träumt zusammen weiter, erstellt in euren Fantasien zusammen die Fortsetzungen und liebt diese Bücher so sehr, dass ihr Phrasen um Phrasen auswendig mitsprechen könnt"

Donnerstag, 1. September 2016

Tag der Briefeschreibens (01.09.2016)

Das Bild des Heulers aus Harry Potter stammt von Pottermore.
Der Tag des Briefeschreibens. Ein schöner, nostalgischer Tag. Ich musste übrigens gleich an die Heuler bei Harry Potter denken, ein nicht so schönes Beispiel für einen Brief (wobei, eigentlich sind sie schon recht lustig, wenn man nicht Ronald Weasley heißt). Aber genug von meinem Harry-Potter Fanatismus und zurück zum heutigen Tag.

Damals, als ich noch klein war (ganz schön gruselig, das mit meinen 25 schon sagen zu müssen), gab es noch echte Briefe. Wir hatten zwar einen alten, (riesigen) Rechner, aber noch kein Internet. Es gab sicher schon Internet und E-Mails, aber das war erst im Kommen.

Heutzutage sind die einzigen Briefe, die ich noch erhalte, Rechnungen. Na super! Nein, es stimmt nicht ganz. Meine Mutter schickt mir ab und zu noch einen altmodischen Brief (meist zusammen mit einem Päckchen, weil ich irgendetwas in meinem alten Zimmer vergessen habe und gaaanz dringend brauche). Sie benutzt immer Briefpapier und -umschläge mit lustigen Katzen oder Hexen drauf, und meist auch sehr hübsche Briefmarken. Sie sind meist so schön, dass ich sie gar nicht wegwerfen mag.

Briefe schreiben ist eine fast ausgestorbene Tätigkeit und ich kann gut verstehen, dass es einfach so viel praktischer und schneller ist (nicht zu vergessen, umweltschonender), eine WhatsApp oder E-Mail zu schreiben (wobei E-Mails auch so langsam veraltet sind, oder?). Es geht mir selbst ja genauso.

Aber ich denke, heute geht es nicht einfach nur ums Briefe schreiben. Der Brief auf Papier steht symbolisch für ein Innehalten in unserem digitalen Wahnsinn. In der heutigen Welt heißt es oft nur, günstiger, höher, schneller!!! und mehr, mehr, mehr. Allein die ganzen Kürzel wie MfG, ASAP (as soon as possible!!!), lol, rofl, ttyl (talk to you later), etc. beweisen dies. Ich könnte vermutlich einen ganzen Artikel über die zukünftige Entwicklung unserer Sprache schreiben (so nach dem Motto, in 100 Jahren wird man nur noch in Kürzeln und einzelnen Buchstaben sprechen, damit es schneller geht), aber ich will jetzt nicht zu weit vom Thema abschweifen.

Der Brief ist im Vergleich zur E-Mail immer noch viel persönlicher. Wird man in 50 Jahren, wenn alles Geschriebene digital abläuft, noch die Handschrift seiner Eltern oder Freunde kennen? Ich muss gestehen, ich bezweifle es. Die Handschrift meiner Mutter kenne ich aus ihren Briefen sehr gut, sie ist mir vertraut. Briefe sind so wundervoll, weil sie individuell sind. Jeder Tintenfleck, alle durchgestrichenen und verbesserten Wort, die Handschrift, all das gibt dem Brief Charakter.

So, jetzt mache ich einen kleinen Abstecher zur Geschichte des Briefes. Der Name geht auf das Lateinische Brevis, also kurz, zurück. Der ursprüngliche Brief war also eine kurze Nachricht. Bereits die Babyloner kannten Briefe in Form von Nachrichten, die sie in Tontafeln ritzten. Die Ägypter hatten mit dem Papyrus bereits eine wesentlich leichtere Methode gewählt, wofür ihre Postboten sicher dankbar waren. Die Griechen und Römer benutzen Holztafeln, die mit Wachs beschichtet waren.

Heute geben Briefe den Historikern wichtige Einblicke in das Leben vergangener Kulturen (auch noch so ein Punkt. Werden die Menschen der Zukunft E-Mail in virtuellen Museen ausstellen?)

Heutzutage werden Briefe in Umschläge gesteckt und mit Spucke zusammengeklebt, früher geschah das mit Siegeln aus Wachs. Der Siegelstempel trug dabei das Wappen der Familie. War es gebrochen, wusste man, dass der Brief bereits einmal geöffnet und gelesen worden war. Das Briefgeheimnis ist übrigens 1690 das erste Mal im Gespräch gewesen. 1742 wurde sogar das Gesetz erlassen, dass Postbeamte, die sich nicht daran hielten, zum Tode verurteilt werden sollten. In Zeiten des Nationalsozialismus wurde das Briefgeheimnis dann mit der restlichen Demokratie über Bord geworfen.

Es gibt so viel über den Brief zu erzählen, dass man damit ein ganzes Buch füllen könnte. Was hat es mit den Briefmarken auf sich? Warum sind manche so wertvoll? Warum waren Postboten früher Beamte? Wie weit fuhren die Postkutschen damals? ...
Das würde den Blogbeitrag jedoch sprengen. Deswegen nur meine Tipps für den heutigen Tag:

  • Schreibt einen Brief an die Eltern, Großeltern, Freunde oder Verwandte. 
  • Geht in ein Museum rund um den Brief. In Frankfurt soll es eins geben. Ansonsten stellen viele Museen unter anderem Briefe aus.
  • Recherchiert, was euch an Briefen interessiert.
  • Denkt darüber nach, wie euch das digitale Zeitalter möglicherweise einschränkt und was ihr dagegen tun könnt (beispielsweise das Handy einen Tag/eine Woche lang ausschalten, um nicht 24/7  erreichbar zu sein oder den Fernseher/Computer/Tablet... ausschalten und stattdessen ein Buch (kein E-Book) lesen).
  • Geht in die freie Natur (ohne dabei Pokemon-Go auf dem Handy zu spielen, bitte!)
  • Macht irgendetwas anderes Nostalgisches oder Altmodisches


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